I m Zentrum des Moskauer Kremls, auf dem Kathedral-Platz, befindet sich der Facettenpalast, das älteste Denkmal der Moskauer Profanarchitektur.

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Er wurde in den Jahren 1487 bis 1491 als Thronsaal des Großfürstenpalastes errichtet und war für besonders wichtige offizielle Zeremonien bestimmt. Hier wurden die Thronfolger zu Zaren gekrönt, Siege über den Feind gefeiert, üppige Hochzeitsmahle und Empfänge für Gesandte veranstaltet.

Der Facettenpalast gehörte zum komplizierten Bauensemble des großfürstlichen Steinschlosses. Er wurde von den Baumeistern Marco und Pietro Antonio Solan errichtet.

Das strenge, kubische Gebäude ist zweigeschossig. Aus dem Sockelgeschoß führen keine Zugänge zum Obergeschoß. Der Überlieferung nach waren in ersterem Öfen untergebracht. Das Obergeschoß ist ein riesiger quadratischer Saal mit einer Fläche von 495 qm, seine Höhe beträgt neun Meter. Er ist von vier Kreuzgewölben überdacht, die sich auf einen Mittelpfeiler im Zentrum des Saales stützen.

Die aus Ziegeln errichteten Mauern sind mit Weißstein verkleidet. Die östliche Hauptfassade besteht aus facettierten, vierseitig abgeschrägten Kalksteinen, die vermutlich dem Facettenpalast seinen Namen gaben.

Heute gelangt der Besucher in den Facettenpalast durch die Innenräume des Großen Kremlpalastes. In alten Zeiten war der Haupteingang dem Kathedral-Platz zugewandt. Drei festlich geschmückte Treppen führten zu einem besonderen Podest, das den Namen Schöner Eingang trug. Von hier aus gelangte man durch ein Portal in den Heiligen Flur, der den Vorraum zum großen Saal bildete. Der Heilige Flur erhielt seinen Namen nach den Kompositionen zu Themen aus der Heiligen Schrift, mit denen dieser Flur geschmückt war. Die Außentreppen und der Schöne Eingang sind nicht erhalten geblieben. Der Heilige Flur wurde um die Mitte des 19. Jahrhunderts umgebaut und erhielt einen neuen Dekor. Der einzige Eingang, der aus dem Heiligen Flur in den Thronsaal führt, hat von der Innenseite das alte geschnitzte Portal beibehalten. Reliefs schmücken den Mittelpfeiler, dessen Dekor in unserer Zeit rekonstruiert wurde.

Der Innenraum des Facettenpalastes ist farbenprächtig ausgemalt. Die ersten Fresken aus der Zeit des Zaren Fjodor Iwanowitsch wurden Ende des 16. Jahrhunderts ausgeführt und existierten bis zur zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. 1672 erneuerte der berühmte Ikonenmaler Simon Uschakow die Malerei und stellte eine ausführliche Beschreibung der Sujets und deren Anordnung auf. Diese Fresken gibt es heute nicht mehr. Die gegenwärtig existierende Wandmalerei wurde 1882 von Meistern aus Palech unter Leitung von Beloussow und seinen zwei Söhnen ausgeführt. Sie richteten sich in ihrer Arbeit nach den Beschreibungen von Simon Uschakow. Die feierliche, wenn auch stilisierte Ausmalung gibt die Atmosphäre eines mittelalterlichen Festsaales wieder.

Die Sujets der Malerei entlehnten die Künstler der Bibel und russischen Geschichte. Die Themenwahl war durch das Bestreben bestimmt, die Idee der sinnvollen Harmonie des Universums auszudrücken und die Bedeutung des Russischen Reiches und seiner Herrscher zu unterstreichen. Der Facettenpalast steht unter ständiger Aufsicht der Restauratoren. Er gehört heute zum Ensemble des Großen Kremlpalastes, in dem sich der Sitz des Obersten Sowjets der UdSSR befindet. Das alte Bauwerk dient nach wie vor als Repräsentationsstätte und erregt die ständige Beachtung der Kremlbesucher.

N. Rostschina


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27 Aug 2010

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